Gastkommentar in der Getränke Zeitung: Unabhängigkeit in der Getränkebranche

von Oliver Bank · erschienen am 24. April 2025 in GetränkeZeitung

Ist man erfolgreich, weil man unabhängig ist, oder ist man unabhängig, weil man erfolgreich ist? Da Erfolg durch nichts zu ersetzen ist, gilt wohl Letzteres. Unabhängigkeit ist eine bewusste unternehmerische Entscheidung für Eigenständigkeit und Flexibilität. Unabhängig zu bleiben ist oft eine Balance zwischen Tradition und wirtschaftlicher Realität, erfordert Mut, eine klare Vision und Tatkraft. In der täglichen Praxis gilt es, die Vorteile einer Unabhängigkeit abzuwägen mit den zu meisternden Herausforderungen und den strategischen Hebeln die Kreativität und konsequentes Handeln erfordern. Die Vorteile von Unabhängigkeit zeigen sich z. B. in der Markenidentität. Unabhängige Hersteller können ihre eigene Markenphilosophie und -werte bewahren. Unabhängigkeit bedeutet Flexibilität und Freiheit, schnell auf Marktveränderungen und Kundenbedürfnisse zu reagieren und unabhängige Unternehmen können mutig neue innovative Produkte entwickeln, ohne von Konzernvorgaben eingeschränkt zu werden. Besonders in Deutschland sind viele Unternehmen familiengeführt und legen großen Wert auf Tradition und lokale Verbundenheit. Bei der Unabhängigkeit geht es um kulturelles Erbe oder Heritage. Im Wettbewerb und Verteilungskampf mit dem Handel sind aber auch Herausforderungen zu bewältigen. Große Konzerne haben oft mehr Ressourcen für Marketing und Vertrieb, sind international aufgestellt und unterstützen Gastrokanäle und Events massiv. Unabhängig zu bleiben heißt, die finanzwirtschaftliche Lage und die Kosten im Griff zu haben. Eigenständige Hersteller müssen alle Betriebskosten selbst tragen, was in Zeiten steigender Kosten schwierig sein kann, und die Sicherstellung stabiler Lieferketten kann für kleinere Unternehmen eine große Hürde bedeuten. Die Zeiten werden härter. Letztendlich sind ideenreiche Strategien zur Erhaltung der Unabhängigkeit umzusetzen und eine USP aufzubauen. Häufig durch Kooperationen. Zusammenarbeit mit anderen unabhängigen Herstellern oder Partnern kann helfen, Ressourcen zu teilen. Fokussierung auf Nischenmärkte mit speziellen Zielgruppen oder Premiumprodukten, die weniger von Konsolidierung und Banalisierung betroffen sind. Regionalität könnte für Brauereien ein Stichwort sein. Regionalisierung differenziert das eigene Portfolio vom Wettbewerb und ist bei Bier derzeit voll im Trend! In der Arbeit mit dem regionalen Handel hilft eine gute Platzierung. Operative Exzellenz am Point of Sale erhöht die Visibilität und verbessert die Positionierung der Produkte. Wichtig ist auch New Channel Management. Konsequente Nutzung aller Kanäle jenseits von LEH oder GAM erweitert die Distribution und unterstützt die Ubiquität. Fazit: Mittelstand und Unabhängigkeit ist gut, solange man die richtigen Entscheidungen trifft und Geld verdient! Oliver Bank, Bavaria Consulting *QR-Code: den ganzen Kommentar finden Sie auf der GZ-Website.

Oliver Bank

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